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Garant (Poechlarn/AT, 2012-2014)

 
       
       
       
       
 
 


Das neue Verwaltungs-und Seminargebäude liegt zwischen dem Werksgelände mit hoch aufragenden Silos im Norden und einem undifferenzierten Gewerbegebiet im Süden, am östlichen Ortsrand von Pöchlarn.
Diese städtebauliche Situation bestimmt wesentlich den architektonischen Ansatz: der Dominanz der um ein vielfaches größeren Kubaturen des
Mischfutterwerks wird ein langestreckter Baukörper zur Seite gestellt, dessen Aussenwirkung von einer homogenen Fassade aus teilweise beweglichen Holzlamellen bestimmt wird. Die Lamellen begleiten den Baukörper an der Süd und Nordseite, differenzieren ihn von den umgebenden Nutzbauten und reduzieren seine Botschaft auf eine einzige, formal klare Aussage. Zusätzliche Bedeutung erlangt diese Ebene, indem sie die Basis einer künstlerischen Arbeit von Peter Sandbichler bietet: Jede der 2000 Lamellen erhält eine individuelle Fräsung an ihrer Kante, die sie zu einem einzelnen Bildpunkt in einem riesigen Tableau macht. die Fräsungen, aus der Nähe wie abstrakte Wellen wirkend, fügen sich bei größerem Betrachtungsabstand zu einem Bild zusammen, auf dem Tiermotive erkennbar werden.

Nach Osten und Westen hin, wo sich parallel zur Donau reizvolle Blicke zum Ortskern und zur umgebenden Landschaft bieten, öffnet sich der Filter und löst sich auf. Hier wird klar, dass die Fassade auch für die Innere Organisation des Baukörpers wichtiges Gliederungsmittel ist. Die starke Abgrenzung zum Außenraum hin, die durch die schliessbaren Sonnenschutzlamellen zumindest zeitweise erzeugt wird, wird in der Ost- Westachse durch völlige Transparenz abgelöst. Nach Westen hin schieben sich die Lamellen auf einer zarten Stahlkonstruktion um zehn Meter über die Gebäudekubatur hinaus und bilden einen offenen aber wettergeschützten Aussenraum, der einen fliessenden Übergang zu den angrenzenden öffentlichen Nutzungsbereichen bildet. Die Terrasse, öffnet sich als Erweiterung des Speisesaals zu einem Schaugarten, der die wesentlichen Rohstoffe für die Futtermittelherstellung zeigt und die Längserstreckung des Baukörpers zusätzlich betont.

In der grossen Halle, die Empfang, Büro und Konferenzbereiche verbindet und die Kantine aufnimmt, zeichnen sich die Seminar- und Besprechungsräume als klar definierte Baukörper ab und gliedern den Raum. Von einer Galerie, die, auf einer einzigen Stütze ruhend, den Hallenbereich überspannt, können auf einer raumhohen Installation des Büros Liquid Frontiers Informationen zur Tätigkeit und Philosophie des Unternehmens betrachtet werden. Die schon in der Ausschreibung vorgegeben, hohen Ansprüche in Bezug auf die ökologischen Qualitäten des Bauwerks bestimmen in hohem Maße dessen Materialität und Technik, wobei hier immer das Augenmerk auf einen subtilen, massvollen Einsatz der Mittel gerichtet ist.

Die Technik folgt einer balancierten, ausgewogenen Kombination von technisch anspruchsvollen und durch einfache bauliche Vorkehrungen erleichterten Massnahmen. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Grundwassernutzung zur passiven Kühlung und aktiven Heizung, Bauteilaktivierung, Wärmerückgewinnung aus dem Datencenter, thermische Solaranlage, Photovoltaikanlage werden mit passiver Nachtkühlung und intelligenter Beschattung kombiniert. Der Materialeinsatz ist auch von Reduktion geleitet: zementfreier Beton bestimmt im Verbund mit geöltem Lärchenholz die Innenwirkung, der Verzicht auf bituminöse Baustoffe und Hartschaum zugunsten einer Innovativen Dämmung aus Strohballen komplettiert die Palette. Dabei gilt stets das Prinzip,dass die jeweiligen Mittel nie um ihrer selbst Willen, sondern immer im Sinne eines angemessenen Beitrags zum architektonischen Gesamtkonzept eingesetzt werden.